"Neustart" mit Party-Zauberstäben

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Der letzte Blogpost ist schon eine ganze, große Weile her. Tatsächlich so lange, dass mein Mann kürzlich meinte: Ja, ich wäre Bloggerin – theoretisch. Wie wahr! Verdammt. Vieles war im vergangenen Jahr immer wichtiger als hier neue Rezepte zu zeigen. Und die existierten ja auch gar nicht, denn das Leben hielt uns ganz schön in Atem und gab uns 2017 neben viel Süßem auch ganz schön Saures: der Tod meines Schwiegervaters und die Geburt unserer zweiten Tochter lagen so nah beinander, dass wir nahen und fernen Menschen oft in ein und demselben Satz von der schlechten und der guten Nachricht erzählten. Und man selbst kam gar nicht hinterher mit dem Verdauen. 

Heute, fast drei Monate nach Stellas Geburt ist endlich etwas ersehnte Ruhe und Routine eingekehrt. Und ich sitze tatsächlich hier und schreibe, weil es mir sehr fehlt diesen Netz-Raum zu füllen und ich große Lust habe mich kulinarisch wieder auf den Weg zu machen. Das Gefühl im Januar: loslegen wollen – das zwar irgendwie unentschlossen (Mehr vegetarisch? Ein bisschen vegan? Oder gar zuckerfrei?) und auch gnadenlos überfordert (ich sag nur „working mum“)  – aber egal! 2018 möchte ich mich stürzen: in und auf diesen Blog und natürlich wieder an den Herd.

Also los geht's: Den Anfang machen "Zauberstäbe" zum 4. Geburtstag meiner großen Tochter Zoé: Neben ihrem heiß geliebten und eigentlich immer vom Papa gebackenen Käsekuchen (muss ich demnächst mal hier vorstellen) gab es "Zauberstäbe" für die kleinen Partygäste. Selbst gemacht vom Geburtstagskind, versteht sich. 

Dazu einfach weiße Kuvertüre im Wasserbad schmelzen, Grissini mit einem Pinsel an einem Ende mit der geschmolzenen Schoki einpinseln und in ein Glas mit kleinen Zuckerstreuseln dippen. Wir haben zwei verschiedene benutzt: einmal die "Nonpareilles" von Biovegan und bunte Streusel von Dr. Oetker. Grissini trocknen lassen, fertig! 

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Es gab kurz die Befürchtung, dass die Grissinis so nur zur Hälfte gefuttert werden, aber das war nicht der Fall. Sie kamen – in voller Länge – super an! 

Flotte, nussige Rhabarber-Baiser-Tarte

Als ich in Istanbul gelebt habe, hat er mir so sehr gefehlt, der Rhabarber. Den gab es dort einfach nicht. Und die saisonalen Maulbeeren konnten mich mit ihrer heftigen Süße irgendwie nicht entschädigen. Darum kommt mir das säuerliche Gemüse jetzt - zurück in Köln - noch lieber auf den Tisch als bisher. Dieses Rezept mit luftigem Baiser und knackigen Nüssen geht wunderbar schnell, weil man sich das Kühlen des Mürbeteigs einfach spart. Geht auch so und schmeckt sehr gut. Wer mehr braucht, verdoppelt die Menge und nimmt statt einer Tarteform ein ganzes Backblech. 

Dauer: ca. 30 Minuten (+ 40 Minuten Backzeit)
Menge: für eine Tarteform

Zutaten:
4 große Stangen Rhabarber
2 Eier
150 g Weizenmehl
50 g Vollkornmehl
2 TL Backpulver
100 g Zucker
1 Prise Salz
125 g Butter
2 EL Polenta (alternativ Semmelbrösel) 
100 g grob gehackte Haselnüsse

Zubereitung:

  1. Den Rhabarber waschen, schälen und in kleine Stücke schneiden. 
  2. Die Eier trennen, die Schüssel mit dem Eiweiß beiseite stellen. Eigelbe in einer großen Schüssel mit Mehl, Backpulver, der Hälfte (!) des Zuckers, Salz und Butter zu einem Teigklumpen verarbeiten. 
  3. Eine Tarteform mit etwas Butter fetten und mit Polenta (den leichten Mais-Geschmack mag ich ja sehr gerne!) ausstreuen. Den Teig ein wenig flach hauen, in die Form legen und bis an den Rand hineindrücken (geht mit den Händen oder mit einem Backform-Roller). Mit einer Gabel Löcher in den Boden stechen.
  4. Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. 
  5. Eiweiße steif schlagen, den restlichen Zucker nach und nach einrieseln lassen. Rhabarber unter die Masse heben und auf dem Teig verteilen. Nüsse darüber streuen. (Ganze Haselnüsse gebe ich in einen Gefrierbeutel und haue einfach mit einer Tasse drauf, bis die Nüsse so klein sind, wie ich mir das vorstelle.)
  6. Kuchen ca. 35-40 Minuten backen. 

Auch lecker:
Statt Haselnüssen > Mandelblättchen (dann aber gegen Ende der Backzeit mit Backpapier abdecken, damit sie nicht verbrennen) 

Inspiration: Food-Blog "we eat fine

Baustellen-Geburtstagskuchen

Eigentlich hat sich der dreijährige Nachbarsjunge ja sehr ausdrücklich einen Feuerwehrkuchen gewünscht. Die Pinterest-Suche nach einem passenden Kuchenmodell hat mich aber eher frustriert statt inspiriert und überstieg meine Ambitionen um neun Uhr abends dann doch wesentlich. Der Baustellen-Kuchen hingegen ist schnell gebacken und noch fixer dekoriert. Man sollte nur genauso viele Fahrzeuge wie kleine Gäste haben, sonst gibt's Ärger, wie ich feststellen durfte ("Isch will aba den Bagga"). Und noch eine kleine "Warnung": Der Kuchen ist nicht sehr süß. Ich finde ihn ziemlich lecker und meine Tochter auch. Manchen Kindern schmeckt er aber nicht. 

Dauer: 25 Minuten plus ca. 40 Minuten Backzeit
Menge: 1 Kuchen (Springform 24 cm)

Zutaten:
4 Eier
80 g Dinkelvollkornmehl
100 g gemahlene Haselnüsse
4 EL Kakaopulver (ungesüßt)
8 EL Ahornsirup
2 EL Zucker
½ TL geriebene Bourbon Vanille
½ TL Zimt
½ TL Backpulver
8 EL Milch
1 EL Öl
1 Prise Salz
Deko:
1 Packung Mikado-Schoko-Stäbe
eine Handvoll Smarties (gelbe und braune)
Fahrzeuge: 2 Bagger, 1 Kipplaster plus Schilder (gab's bei Rossmann im Set)

Zubereitung:

  1. Die Eier trennen. Eigelbe in eine kleine Schüssel geben und beiseite stellen. Das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und beiseite stellen. 
  2. Den Backofen auf 190 Grad (Umluft) vorheizen. Alle Zutaten bis auf den Eischnee in einer großen Schüssel miteinander mischen. Dann das Eiweiß unterheben. 
  3. Ca. 4-5 Esslöffel vom Teig abnehmen und in ein Muffin-Förmchen geben. 
  4. Den Teig in eine gefettete und bemehlte Form geben. Auf mittlerer Schiene ca. 40-45 Minuten backen. Den Muffin daneben stellen und entsprechend kürzer backen (ca. 20-25 Minuten). 
  5. Den Kuchen nach dem Abkühlen aus der Form lösen und stürzen. Den Muffin in einer kleinen Schüssel fein zerkrümeln und als "Erde" auf den Kuchen geben. Mit "Steinen" (aka Smarties) befüllen und mit den Mikado-Stäben einen "Bauzaun" errichten. Die Fahrzeuge (und falls vorhanden Schilder) auf dem Kuchen anrichten. 

Auch lecker: 
Statt gemahlener Haselnüsse > gemahlene Mandeln
Statt Milch > Soja- oder Dinkelmilch

Inspiration: Fantastischer Schokokuchen by "carrots for claire" 

Müsli-Kugeln

Ein wenig süßer Snack, der für erste Esser genau so toll ist wie für hungrige Eltern. Schmecken natürlich auch ohne das Erdbeerpulver. 

Dauer: 10 Minuten plus 20 Minuten Backzeit
Menge: ca.15 Stück

Zutaten:
3 Eier
1/2 Packung getrocknete Erdbeeren (ca. 6 g)
1 Apfel
1 Packung Quinoa-Pops (125 g)
6 EL kernige Haferflocken
2 EL Sesam
1/2 EL gemahlene Vanille
3 EL Agavendicksaft

Zubereitung:

  1. Eier trennen und die Eiweiße steif schlagen. Eigelbe beiseite stellen.
  2. Die getrockneten Erdbeeren im Mörser fein mahlen. 
  3. Den Apfel schälen und fein reiben. 
  4. Ofen auf 160 Grad Umluft vorheizen. 
  5. Apfel, Quinoa, Haferflocken, Sesam, Vanille und Agavendicksaft mischen. 
  6. Eigelb hinzufügen und verrühren.
  7. Eischnee vorsichtig unterheben. 
  8. Den Teig zu Golfball großen Kugeln formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. 
  9. Für ca. 20 Minuten im Ofen backen. 
  10. Etwas abkühlen lassen und dann das Erdbeerpulver darüber streuen.                              

Auch lecker: 
Statt Quinoa > Amaranth
Statt Sesam > Mohn
Statt Vanille > Zimt

Inspiration: "Kochen für Babys" von Dagmar von Cramm

Pinker Zuckerguß

Meine Tochter wollte unbedingt Gummibärchen und Smarties auf den Keksen haben. Da keine Zitrone für den klassischen Puderzucker-Zitronensaft-Kleber im Hause war, kam kurzerhand der Rote-Bete-Saft mit Puderzucker (Verhältnis ähnlich wie sonst, also viel Zucker, wenig Saft, damit es nicht zu flüssig wird) auf die klassischen Mürbeplätzchen. Ergebnis: tolle pinke Kekse! 

Bunte Mayo-Taler

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Nein, das ist kein Tippfehler. In diesen Plätzchen ist Mayonnaise! Sehr praktisch, wenn grad weder Ei noch Butter im Haus sind und man die Keks-Monster nicht mehr zu bändigen weiß...

Dauer: ca. 30 Minuten
Menge: 1 Backblech

Zutaten:
100 g Mayonnaise (50% Fett)
1/2 TL gemahlene Vanille (aus dem Glas)
100 g Zucker
1/2 TL Speisenatron
etwas Mehl
bunte Streusel

Zubereitung:

  1. Mayonnaise mit der Vanille in einer großen Schüssel verrühren. 
  2. Zucker, Mehl und Natron hinzufügen und mischen. 
  3. Backofen auf 160 Grad Umluft vorheizen.
  4. Kleine Bällchen vom Teig abtrennen und zu Kugeln formen (ca. 2,5 cm Durchmesser).
  5. Leicht in Mehl wenden, auf ein Backblech mit Backpapier legen und mit der Hand oder einem Glas flach drücken (Vorsicht, die Kekse brechen leicht!). 
  6. Mit Streuseln verzieren. Und für ca. 9 Minuten in den Ofen geben. 

Quelle: "ke:xs" von Ilse König (leicht verändert)

Rote Bete Plätzchen

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Rote Bete Saft färbt nicht nur Nudeln superpink, sondern macht auch Plätzchen schön rosa.

Dauer: ca. 30 Minuten
Menge: 1 Backblech

Zutaten:
240 g Weizenmehl
30 g Speisestärke
100 g Zucker
eine Prise Salz
1/2 Paket weiche Butter
2 EL Milch
3 EL Rote Bete Saft
2 EL Schokodrops (Zartbitter) 

Zubereitung:

  1. Mehl, Stärke, Zucker, Salz und Backpulver in eine große Schüssel geben und mischen. 
  2. Butter, Milch und Saft dazugeben. Mit den Händen verkneten.
  3. Backofen auf 190 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
  4. Schokodrops hinzufügen und aus dem Teig eine Rolle machen. (Durchmesser ca. 4 cm)
  5. In Scheiben schneiden (ca. 7 mm dick). 
  6. Aufs mit Backpapier belegte Backblech legen und ca. 13 Minuten backen. 

Quelle: "Express-Kekse" von Niko Stanitzok (leicht verändert)