Regenbogen-Pizza

Vor einer Weile habe ich in der Kita meiner Tochter (eine U3-Betreuung mit 10 Kindern) ein paar Tage die Küche übernommen als unsere Köchin in Urlaub war. Und meine Herrn, es kam fast nie vor, dass es allen Knirpsen gleich gut geschmeckt hat (die pinken Nudeln jetzt mal ausgenommen). Aber die Regenbogen-Pizza, die war ein Volltreffer! Wenn also jetzt auch bei uns mehrere Kinder durch die Wohnung toben und ich die alle satt kriegen möchte, dann gibt es genau diese Pizza. Übrigens mit Fertigteig und Schmand statt Tomatensauce als Grundlage. Mein Gemüse-Allerlei bestand aus folgenden Zutaten: 

Schwarz: Champignons und Oliven
Grün: Brokkoli und Spinat
Gelb: Kartoffeln und Mais
Orange: Karotte und Süßkartoffel
Rot: Paprika und Tomate

Käse gab es nicht drauf. Da man sonst die Farben nicht so schön sieht. 

Flotte, nussige Rhabarber-Baiser-Tarte

Als ich in Istanbul gelebt habe, hat er mir so sehr gefehlt, der Rhabarber. Den gab es dort einfach nicht. Und die saisonalen Maulbeeren konnten mich mit ihrer heftigen Süße irgendwie nicht entschädigen. Darum kommt mir das säuerliche Gemüse jetzt - zurück in Köln - noch lieber auf den Tisch als bisher. Dieses Rezept mit luftigem Baiser und knackigen Nüssen geht wunderbar schnell, weil man sich das Kühlen des Mürbeteigs einfach spart. Geht auch so und schmeckt sehr gut. Wer mehr braucht, verdoppelt die Menge und nimmt statt einer Tarteform ein ganzes Backblech. 

Dauer: ca. 30 Minuten (+ 40 Minuten Backzeit)
Menge: für eine Tarteform

Zutaten:
4 große Stangen Rhabarber
2 Eier
150 g Weizenmehl
50 g Vollkornmehl
2 TL Backpulver
100 g Zucker
1 Prise Salz
125 g Butter
2 EL Polenta (alternativ Semmelbrösel) 
100 g grob gehackte Haselnüsse

Zubereitung:

  1. Den Rhabarber waschen, schälen und in kleine Stücke schneiden. 
  2. Die Eier trennen, die Schüssel mit dem Eiweiß beiseite stellen. Eigelbe in einer großen Schüssel mit Mehl, Backpulver, der Hälfte (!) des Zuckers, Salz und Butter zu einem Teigklumpen verarbeiten. 
  3. Eine Tarteform mit etwas Butter fetten und mit Polenta (den leichten Mais-Geschmack mag ich ja sehr gerne!) ausstreuen. Den Teig ein wenig flach hauen, in die Form legen und bis an den Rand hineindrücken (geht mit den Händen oder mit einem Backform-Roller). Mit einer Gabel Löcher in den Boden stechen.
  4. Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. 
  5. Eiweiße steif schlagen, den restlichen Zucker nach und nach einrieseln lassen. Rhabarber unter die Masse heben und auf dem Teig verteilen. Nüsse darüber streuen. (Ganze Haselnüsse gebe ich in einen Gefrierbeutel und haue einfach mit einer Tasse drauf, bis die Nüsse so klein sind, wie ich mir das vorstelle.)
  6. Kuchen ca. 35-40 Minuten backen. 

Auch lecker:
Statt Haselnüssen > Mandelblättchen (dann aber gegen Ende der Backzeit mit Backpapier abdecken, damit sie nicht verbrennen) 

Inspiration: Food-Blog "we eat fine

Brioche-Muffins mit Safran

Brioche backen ist nicht wirklich schwer, braucht aber etwas Geduld. Und da wir Eltern ja gezwungenermaßen Meister im Geduldig-Sein sind (ich sag: nur warten bis die Dreijährige sich SELBA! angezogen hat, warten bis Tobsuchtsanfall Nr. 6 vorbei ist, warten bis die Sandburg fertig gebaut ist), sind eineinhalb Stunden Hefeteig-Wartezeit ja ein Klacks für uns. Also nix wie ran an den Teig!

Die Brioche-Muffins lassen sich übrigens auch super einfrieren (muss man dann nur am Abend vorher rausholen und vorm Frühstück noch mal kurz in den Ofen stecken). 

Dauer: 20 Minuten + 1,5 Stunden Ruhezeit + ca. 18 Minuten Backzeit
Menge: 12 Muffins

Zutaten:
1/2 TL Safranfäden
75 g Zucker
1/4 l Milch
80 g Butter
20 g frische Hefe
1 Ei
500 g Mehl
1 Prise Salz

Zubereitung:

  1. Den Safran mit 1 TL des Zuckers im Mörser zermahlen und zur Milch in einen Topf geben und diese leicht erwärmen. Zur Seite stellen. 
  2. Mehl in eine große Schüssel schütten, in die Mitte die zerkrümelte Hefe und 1 Prise Zucker geben. Mit so viel Safran-Milch übergießen, dass die Hefe bedeckt ist. Mit einem Geschirrtuch abdecken und 15 Minuten ruhen lassen. 
  3. Die Butter in einem zweiten Topf schmelzen. Zwei Esslöffel zur Seite stellen (braucht man später fürs Bestreichen). 
  4. Restliche Milch, restlichen Zucker, Ei, geschmolzene Butter und Salz zur (mittlerweile hoffentlich blasigen) Hefe-Mehl-Milch-Mischung in die Schüssel geben und mit den Händen zu einem Teig verkneten. Wenn es zu klebrig ist, etwas Mehl hinzufügen. 
  5. Den Teig wieder abdecken und an einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen. 
  6. Muffinförmchen oder -blech etwas einbuttern. Den Teig noch mal durchkneten und zwölf gleich große Kugeln daraus formen, in die Förmchen setzen und mit der übrigen geschmolzenen Butter bepinseln. Noch einmal 15 Minuten ruhen lassen. Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
  7. Die Muffins in ca. 18 Minuten fertig backen (2. Schiene von unten). 

Auch lecker: 
Statt Safran > geriebene Schale einer Bio-Orange

Inspiration: "delicious days" von Bloggerin Nicole Stich (> Original-Rezept: Orangen-Brioche)

Essen mit einem dreijährigen Kind

Foto: Kelly Sikkema

Es ist kompliziert. Die Rinde muss ab. Die Schale nur manchmal. Die Nudeln dürfen ausschließlich auf den pinken Teller. Und wehe, wenn sich Sachen vermischen! Trennkost und Rohkost steht hier gerade hoch im Kurs.

Gekochtes Gemüse geht eigentlich gar nicht mehr, außer: Brokkoli (aber nur „den Stamm!“). Und wenn selbst Möhren-, Gurken- und Radieschenschnitze nicht verzehrt werden, kommt Papa mit seinem Trick (der hier echt schon sehr lange funktioniert): Er schnappt sich etwas von ihrem Rohkost-Teller z.B. ein Stück Kohlrabi und sagt: „Mmmmmh, das ist ja eine leckere Gurke!“. Meine Tochter lacht sich schlapp, probiert dann selbst und belehrt den Herrn Papa freudestrahlend, dass das ja wohl Kohlrabi ist. Mal sehen, wie lange das noch funktioniert… Aber zum Glück fängt ja bald die Erdbeerzeit wieder an! Da geht zumindest das Obst essen ohne Überredungskünste vonstatten. 

Hier noch ein paar gesammelte Mutter-Kind-Dialoge am Esstisch: 

„Willst du Kartoffeln oder Nudeln?“
„Nudeln! Mit Tomatensauce.“ 
„Ok.“
Später am Tisch: „Ich wollte doch Reis!“ 

Kind sehr entsetzt: „In meinem Apfelmus sind Körner!“
„Wo? Zeig mal! Ach das, das ist doch nur Vanille.“ 
„Mama, mach das RAUS!“
Ich werkle etwas umständlich mit dem Löffel darin herum. 
„So, alles draußen.“
Kind isst glückselig weiter. 

„Möchtest du Frischkäse oder Butter aufs Brot?“
„Frischkäse!“ - Pause - „Und Butter! Und Erdbeermarmelade!“

Es gibt Nudeln mit Tomatensauce, in die ich Karotten püriert habe. 
Das Kind weint leise beim Essen und schluchzt. 
„Was hast du denn?“
„Du hast das nicht so gut gekooooocht!“
(Ich denke über die Anschaffung eines besseren Stabmixers nach…)

Es gibt Pasta, auf meine gebe ich noch Parmesan, Pfeffer und Basilikum.
Das Kind schaut interessiert zu und betrachtet dann seine nackten Nudeln. 
„Im Spiel hab ich dasselbe wie du.“ 
„Du kannst auch in echt dasselbe haben.“
„Im Spiel, Mama, im Spiiiel!“ Isst zufrieden die Nudeln. 
„Lecker, Mama, oder?“

Wir betrachten ein Bauernhof-Bilderbuch.
„Und da holt der Bauer mit dem Traktor den Weizen. Daraus macht man dann Brot.“
„Ja. Und Würstchen.“
(Ich verschiebe die Diskussion auf später…)

„Willst du ein Glas Orangensaft?“
„Ja, ja, jaaa.“
Kind bekommt ein Glas Orangensaft.
„Das ist kein Apfelsaft!“

„Was wünschst du dir denn von der Schnullerfee?“
„Eine Scheibe Wurst.“ 

Einen sehr interessanten Artikel zum Thema schlechte Esser, findet ihr hier. Die Idee mit dem „Spucknapf“ neben dem Teller finde ich übrigens großartig! 

Baustellen-Geburtstagskuchen

Eigentlich hat sich der dreijährige Nachbarsjunge ja sehr ausdrücklich einen Feuerwehrkuchen gewünscht. Die Pinterest-Suche nach einem passenden Kuchenmodell hat mich aber eher frustriert statt inspiriert und überstieg meine Ambitionen um neun Uhr abends dann doch wesentlich. Der Baustellen-Kuchen hingegen ist schnell gebacken und noch fixer dekoriert. Man sollte nur genauso viele Fahrzeuge wie kleine Gäste haben, sonst gibt's Ärger, wie ich feststellen durfte ("Isch will aba den Bagga"). Und noch eine kleine "Warnung": Der Kuchen ist nicht sehr süß. Ich finde ihn ziemlich lecker und meine Tochter auch. Manchen Kindern schmeckt er aber nicht. 

Dauer: 25 Minuten plus ca. 40 Minuten Backzeit
Menge: 1 Kuchen (Springform 24 cm)

Zutaten:
4 Eier
80 g Dinkelvollkornmehl
100 g gemahlene Haselnüsse
4 EL Kakaopulver (ungesüßt)
8 EL Ahornsirup
2 EL Zucker
½ TL geriebene Bourbon Vanille
½ TL Zimt
½ TL Backpulver
8 EL Milch
1 EL Öl
1 Prise Salz
Deko:
1 Packung Mikado-Schoko-Stäbe
eine Handvoll Smarties (gelbe und braune)
Fahrzeuge: 2 Bagger, 1 Kipplaster plus Schilder (gab's bei Rossmann im Set)

Zubereitung:

  1. Die Eier trennen. Eigelbe in eine kleine Schüssel geben und beiseite stellen. Das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und beiseite stellen. 
  2. Den Backofen auf 190 Grad (Umluft) vorheizen. Alle Zutaten bis auf den Eischnee in einer großen Schüssel miteinander mischen. Dann das Eiweiß unterheben. 
  3. Ca. 4-5 Esslöffel vom Teig abnehmen und in ein Muffin-Förmchen geben. 
  4. Den Teig in eine gefettete und bemehlte Form geben. Auf mittlerer Schiene ca. 40-45 Minuten backen. Den Muffin daneben stellen und entsprechend kürzer backen (ca. 20-25 Minuten). 
  5. Den Kuchen nach dem Abkühlen aus der Form lösen und stürzen. Den Muffin in einer kleinen Schüssel fein zerkrümeln und als "Erde" auf den Kuchen geben. Mit "Steinen" (aka Smarties) befüllen und mit den Mikado-Stäben einen "Bauzaun" errichten. Die Fahrzeuge (und falls vorhanden Schilder) auf dem Kuchen anrichten. 

Auch lecker: 
Statt gemahlener Haselnüsse > gemahlene Mandeln
Statt Milch > Soja- oder Dinkelmilch

Inspiration: Fantastischer Schokokuchen by "carrots for claire" 

Müsli-Kugeln

Ein wenig süßer Snack, der für erste Esser genau so toll ist wie für hungrige Eltern. Schmecken natürlich auch ohne das Erdbeerpulver. 

Dauer: 10 Minuten plus 20 Minuten Backzeit
Menge: ca.15 Stück

Zutaten:
3 Eier
1/2 Packung getrocknete Erdbeeren (ca. 6 g)
1 Apfel
1 Packung Quinoa-Pops (125 g)
6 EL kernige Haferflocken
2 EL Sesam
1/2 EL gemahlene Vanille
3 EL Agavendicksaft

Zubereitung:

  1. Eier trennen und die Eiweiße steif schlagen. Eigelbe beiseite stellen.
  2. Die getrockneten Erdbeeren im Mörser fein mahlen. 
  3. Den Apfel schälen und fein reiben. 
  4. Ofen auf 160 Grad Umluft vorheizen. 
  5. Apfel, Quinoa, Haferflocken, Sesam, Vanille und Agavendicksaft mischen. 
  6. Eigelb hinzufügen und verrühren.
  7. Eischnee vorsichtig unterheben. 
  8. Den Teig zu Golfball großen Kugeln formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. 
  9. Für ca. 20 Minuten im Ofen backen. 
  10. Etwas abkühlen lassen und dann das Erdbeerpulver darüber streuen.                              

Auch lecker: 
Statt Quinoa > Amaranth
Statt Sesam > Mohn
Statt Vanille > Zimt

Inspiration: "Kochen für Babys" von Dagmar von Cramm

Pinker Zuckerguß

Meine Tochter wollte unbedingt Gummibärchen und Smarties auf den Keksen haben. Da keine Zitrone für den klassischen Puderzucker-Zitronensaft-Kleber im Hause war, kam kurzerhand der Rote-Bete-Saft mit Puderzucker (Verhältnis ähnlich wie sonst, also viel Zucker, wenig Saft, damit es nicht zu flüssig wird) auf die klassischen Mürbeplätzchen. Ergebnis: tolle pinke Kekse!